# Wer macht Competitive Intelligence? Vier Schritte im Team

> Competitive Intelligence ist ein Prozess aus vier Schritten, und jeder braucht einen Namen im Team. Warum das Festlegen der Quellen vor allen anderen kommt.

- Autor: Dr. Karsten Richter
- Herausgeber: Picasi GmbH
- Thema: Video-Erklärungen
- Stand: 2026-10-22
- Quelle: https://source-first-intelligence.com/de/wer-macht-competitive-intelligence/
- Sprache: de
- Video: https://player.mediadelivery.net/embed/774305/a56371a7-e087-4f66-8460-c7b494674e64?autoplay=false&loop=false&muted=false&preload=true&responsive=true


Wer macht bei euch Competitive Intelligence? Lautet die ehrliche Antwort „alle ein bisschen“, dann gilt: Wenn alle zuständig sind, ist es niemand. Das Video zeigt in gut einer Minute, wie sich das ändert: Competitive Intelligence ist ein Prozess aus vier Schritten, und jeder Schritt braucht einen Namen.

## Competitive Intelligence ist ein Prozess

Eine einheitliche Definition von Competitive Intelligence gibt es nicht. Rene Pellissier und Tshilidzi Nenzhelele haben 2013 im South African Journal of Information Management 50 Definitionen aus der Fachliteratur verglichen. 38 davon beschreiben Competitive Intelligence als Prozess ([Pellissier und Nenzhelele 2013](https://sajim.co.za/index.php/sajim/article/view/559/667)). Die Definition, die die beiden daraus ableiten, beschreibt einen Prozess, der verwertbare Erkenntnisse erzeugt und an Entscheider weitergibt: planen, ethisch und rechtmäßig sammeln, verarbeiten, auswerten.

Das Video fasst diese Schritte in vier Wörter: planen, sammeln, auswerten, weitergeben. Für den Alltag in einem Marketing- oder Vertriebsteam reicht diese Fassung. Sie macht sichtbar, dass Competitive Intelligence mehr ist als das Lesen von Nachrichten über Wettbewerber. Wer nur sammelt, hat am Ende einen vollen Ordner und keine Entscheidung, die davon profitiert.

## Jeder Schritt braucht einen Namen

Ein Prozess ohne Zuständige bleibt an der Stelle liegen, an der sich niemand angesprochen fühlt. Unsere Einschätzung: Am ehesten bleibt das Auswerten liegen. Einen Link weiterzuleiten ist schnell getan, eine Einschätzung nicht. Jemand müsste sagen, was ein neues Angebot eines Wettbewerbers für die eigene Preisliste oder das nächste Vertriebsgespräch bedeutet, und das kostet Zeit und Mut zum eigenen Urteil.

Deshalb schlägt das Video etwas sehr Einfaches vor: Schreibt unter jeden der vier Schritte einen Namen. Das muss keine eigene Stelle sein und keine Abteilung. Ein Beispiel: Die Marketingleitung plant, die Assistenz sammelt, das Produktmanagement wertet aus, und die Vertriebsleitung gibt weiter, was der Außendienst braucht. Es heißt nur, dass für jeden Schritt klar ist, wer ihn erledigt und wann.

## Source-First beginnt beim Planen

Der erste Schritt bestimmt alle anderen. Beim Planen legt jemand fest, wessen Veröffentlichungen ihr verfolgt: welche Wettbewerber, welche Verbände, welche Fachmedien, welche Kunden. Erst danach wird gesammelt, und gesammelt wird dann bei genau diesen Absendern, über alle Kanäle, auf denen sie sprechen.

Die Kernaussage des Videos lautet deshalb: **Wer die Quellen festlegt, bestimmt, was ihr seht.** Steht ein Wettbewerber nicht auf der Liste, taucht er im Sammeln nicht auf, im Auswerten nicht und in keiner Weitergabe. Steht er darauf, seht ihr seine eigenen Veröffentlichungen im Original, mit Datum und Absender. Dieser Schritt kommt vor allen anderen, und er verdient eine Person, die ihn bewusst trägt.

Das ist der Kern des Source-First-Ansatzes: erst wer, dann wo, dann was. Die Reihenfolge entscheidet, nicht das Werkzeug.

## Ein Name pro Schritt reicht

Auch ein kleines Team kann den ganzen Prozess abdecken. Vier Schritte heißen nicht vier Personen: Im Video plant das Marketing und wertet aus, der Vertrieb sammelt und gibt weiter. Wichtig ist nur, dass kein Schritt ohne Namen bleibt.

Wer das umsetzt, hat drei Dinge gewonnen. Ihr wisst, wer im Team welchen Schritt trägt. Ihr legt die Quellen fest, bevor gesammelt wird. Und nichts bleibt liegen, weil sich niemand zuständig fühlt.

## Was eine Quellenliste nicht leistet

Eine Quellenliste deckt nur ab, wer auf ihr steht. Was außerhalb liegt, sieht bei diesem Vorgehen niemand, zum Beispiel ein neuer Anbieter, den noch keiner kennt. Eine Themensuche hat hier ihre Stärke: Sie ist schnell eingesetzt, wenn eine Frage zu einem Thema ansteht, und findet auch Absender, die bisher auf keiner Liste stehen. Beides schließt sich nicht aus. Wer plant, kann eine Themensuche bewusst als Ergänzung einsetzen und neue Absender, die dabei auffallen, auf die Liste übernehmen.

## Belege

1. Pellissier, Rene; Nenzhelele, Tshilidzi E.: Towards a universal definition of competitive intelligence. South African Journal of Information Management 15(2), 15.10.2013. DOI 10.4102/sajim.v15i2.559. [https://sajim.co.za/index.php/sajim/article/view/559/667](https://sajim.co.za/index.php/sajim/article/view/559/667) (abgerufen am 08.10.2026)
